Offener, internationaler 2-phasiger Wettbewerb Bauhaus Museum Dessau

Die Stiftung Bauhaus Dessau beabsichtigt, anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums im Jahr 2019 den Neubau eines Bauhaus Museums in Dessau zu realisieren.

Bauhaus Museum Dessau

​Zwei Erste Preise vergeben

Das Preisgericht zum Architekturwettbewerb hat am 3. September 2015 getagt und aus den 30 Entwürfen der zweiten Wettbewerbsphase zwei Erstplatzierungen, einen dritten und einen vierten Platz sowie drei Anerkennungen vergeben. Alle 831 Entwürfe können nun auch online angesehen werden: Hier geht's zu allen 831 Entwürfen!

Der Architekturwettbewerb zum Bauhaus Museum Dessau war ein offenes internationales 2-stufiges Verfahren, das anonym durchgeführt wurde. Aus den 831 Einreichungen der ersten Phase wurden von der Jury für die zweite Phase 30 Entwürfe ausgewählt. 

Die Preisträger sind wie folgt: 

Zwei Erstplatzierungen:

  • Büro: Gonzalez Hinz Zabala (Roberto González Peñalver, José Zabala Rojí, Anne Katharina Hinz), Barcelona/Spanien
    Landschaftsarchitekt: Roser Vives de Delás, Barcelona/Spanien
     
  • Büro: Young & Ayata (Michael Young, Kutan Ayata), New York/USA
    Landschaftsarchitekt: Misako Murata, New York/USA

Dritte Platzierung: 

  • Büro: Berrel Berrel Kräutler AG (Maurice Berrel), Zürich/Schweiz
    Landschaftsarchitekt: ASP Landschaftsarchitekten AG (Florian Seibold), Zürich, Schweiz

Vierte Platzierung:

  • Büro: Ja Architecture Studio (Nima Javidi), Toronto/Kanada
    Landschaftsarchitekt: JA Architecture Studio (Behnaz Assadi), Toronto/Kanada

Drei Anerkennungen wurden an die folgenden Büros vergeben:

  • Büro: Raummanufaktur (Edin Saronjic, Alexander Scholtysek), Darmstadt/Deutschland
    Landschaftsarchitekt: Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin/Deutschland
     
  • Büro: Nussmüller Architekten ZT GmbH (Inge und Stefan Nussmüller), Graz/Österreich
    Landschaftsarchitekt: Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur Robert Kutscha, Graz/Österreich
     
  • Büro: Steiner, Weißenberger Architekten (David Steiner, Karl Weißenberger), Berlin/Deutschland
    Landschaftsarchitekt: Jens Henningsen, Berlin/Deutschland

Der Wettbewerb hat gezeigt, dass eine Umbruchphase begonnen hat. „Die Typologie der Museumsarchitektur ist nicht mehr eindeutig gesetzt. Das Vertikale ist vorbei, ein neues Thema ist Flexibilität. Aber die neue Entwicklung hat noch keine klare Richtung. Die zwei Erstplatzierungen sind sehr gegensätzlich. Das ist eine Chance jetzt international in der Öffentlichkeit und mit Fachleuten eine Diskussion zu beginnen. Der Anfang für das Neue zu sein, dafür sind Dessau und das Bauhaus ideal. Das ist spannend.“ So Chris Dercon, Direktor der Tate Modern in London und einer der Sachpreisrichter.

Claudia Perren, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau und Bauherrin, fühlt sich bestätigt, dass die Entscheidung für den offenen Wettbewerb die richtige war. „Wir haben uns bewusst für die offene, anonyme Ausschreibung entschieden, um neuen Büros und internationalen Architekten eine echte Chance zu geben. Sie haben ihre Chance genutzt. Erstplatzierungen aus New York und Barcelona, und auch die weiteren Prämierungen alle international. Das ist ein erstklassiger Wettbewerb.“

Die zwei Erstplatzierungen sind für Stephan Dorgerloh, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt zwar konkurrierend, aber er sieht es auch als Chance: „Das Preisgericht hat in einem hochspannenden Prozess zwei erste Preise vergeben. Mit beiden Entwürfen können wir in Sachsen-Anhalt Maßstäbe in der Interpretation der Moderne im 21. Jahrhundert setzen. Das ist ein wichtiger Tag für die Stiftung Bauhaus und das Land Sachsen-Anhalt. Damit sind wir auf dem Weg zum Bauhausjubiläum und darüber hinaus einen großen Schritt vorangekommen.“ 

„Es war ein großer und wichtiger Tag für Dessau-Roßlau.“ Für Peter Kuras, Oberbürgermeister der Stadt ist die Aufmerksamkeit des Wettbewerbs selbst schon ein hoher Wert. „Es tut uns gut, in so einer Runde wie diesem international besetzten Preisgericht, zu sehen und zu verstehen, wo das Potenzial von Dessau liegt. Zwei Erstplatzierungen werden jetzt eine internationale Fachdebatte auslösen, die wir mit großer Neugierde verfolgen werden.“

Details zu den prämierten Entwürfen sowie Bildmaterial gibt die Stiftung Bauhaus Dessau erst am Montag in einer Pressekonferenz bekannt. Hintergrund ist die Anonymisierung des Verfahrens. Dazu Pressesprecherin Helga Huskamp: „Da auch wir erst in der Nacht erfahren haben, welche Büros hinter den Siegerentwürfen stehen, benötigen wir den Freitag, um alles Material für die Veröffentlichung aufzubereiten. Bis Montag gilt für alle Beteiligten die Verschwiegenheitspflicht und für die Presse eine Sperrfrist zur Veröffentlichung der Entwürfe. Wir freuen uns, dass die zwei erstplatzierten Büros „Gonzalez Hinz Zabala“ aus Barcelona und „Young & Ayata“ aus New York zur Pressekonferenz nach Dessau kommen.“


Das geplante Bauhaus Museum Dessau wird erstmalig die Chance bieten, die herausragende Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau dauerhaft und unter bestmöglichen konservatorischen Bedingungen der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Stiftung Bauhaus Dessau in ihrer Funktion als Bauherrin und Ausloberin erwartet im Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens einen Entwurf, welcher im vorgegebenen Kosten- und Zeitrahmen die gewünschten Qualitäten und Quantitäten in einem funktional schlüssigem Gesamtkonzept umsetzt und sich zeitgenössisch überzeugend zum Bauhaus positioniert.

Der geplante Standort für das Bauhaus Museum Dessau befindet sich im Stadtpark unmittelbar im Stadtzentrum von Dessau-Roßlau. Die Stadt Dessau-Roßlau sucht mit diesem Wettbewerb als Mitausloberin Entwürfe für die Integration des Museumsgebäudes in die landschaftsarchitektonische Situation des Stadtparks unter Respektierung der vorhandenen Qualitäten und Nutzungen.

Das Raumprogramm des neuen Bauhaus Museums umfasst Flächen mit einer Gesamtsumme von zirka 3.500 m2, wobei die Ausstellungsflächen 2.100 m2 betragen.

Museum und Stadtpark sollen sich gegenseitig stärken und zugleich den Stadtpark um eine kulturelle Mitte bereichern.

Größe des Wettbewerbsgebietes
Das Wettbewerbsgebiet umfasst das „Baufeld Museum“ mit einer Fläche von 8.300 m2 und das „Baufeld Stellplatzanlage“ mit einer Fläche von 2.650 m2.

Baukosten
Der Kostenrahmen für die Gesamtmaßnahme des Museumsneubaus – Kostengruppen 100 bis 700 gemäß DIN 276, also auch inklusive Ausstattungskosten – beträgt maximal ca. 25.000.000 Euro brutto. Als Anteil für die Kostengruppen 300, 400 und 500 sind 15,5 Mio. Euro brutto als Obergrenze festgesetzt.

PREISGELDER
Im Rahmen des Verfahrens werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 110.000 Euro zzgl. Mehrwertsteuer ausgelobt.

Die Preisträger werden aus den Teilnehmern der zweiten Phase ermittelt.

Der Gewinner erhält 36.000 Euro, der Zweitplatzierte erhält 24.000 Euro, der Drittplatzierte erhält 17.000 Euro und der Viertplatzierte erhält 11.000 Euro, jeweils zzgl. Mehrwertsteuer.

Darüber hinaus stehen für Anerkennungen weitere 22.000 Euro zur Verfügung.

   FachpreisrichteR

  • Guido Hager, Landschaftsarchitekt, Zürich
  • Barbara Holzer, Architektin, Zürich/Berlin
  • Regine Leibinger, Architektin, Berlin
  • Wolfgang Lorch, Architekt, Darmstadt
  • Jürgen Mayer H, Architekt, Berlin
  • Ralf Niebergall, Architekt, Magdeburg​
  • Matthias Vollmer, Architekt, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

    Ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichter
     
  • Gesche Grabenhorst, Architektin, Hannover
  • ​Jost Haberland, Architekt, Berlin
  • Anne Liebner, Architektin, Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt
  • Tobias Micke, Landschaftsarchitekt, Berlin
  • Felix Waechter, Architekt, Darmstadt 

    Sachpreisrichter:
     
  • Frank Assmann, Leiter der Bauabteilung der Stiftung Bauhaus Dessau
  • Sigrid Bias-Engels, Gruppenleiterin bei der Staatsministerin für Kultur und Medien
  • Chris Dercon, Direktor Tate Modern, London
  • Stephan Dorgerloh, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt
  • Peter Kuras, Oberbürgermeister der Stadt Dessau-Roßlau
  • Claudia Perren, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau


    Ständig anwesende stellvertretende Sachpreisrichter
     
  • Regina Bittner, Stellvertretende Direktorin und Leiterin der Akademie der Stiftung Bauhaus Dessau
  • Florian Bolenius, Stellvertretender Direktor und Verwaltungsleiter der Stiftung Bauhaus Dessau
  • Joachim Hantusch, Beigeordneter der Stadt Dessau-Roßlau für Wirtschaft und Stadtentwicklung
  • Jan Hofmann, Staatssekretär im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
  • Andres Lepik, Direktor Architekturmuseum der TU München
  • Rosa Schmitt-Neubauer, Leiterin des Referats K26, Kultureinrichtungen in Ostdeutschland bei der Staatsministerin für Kultur und Medien

Das junge, spanische Büro Gonzales Hinz Zabala wird das Bauhaus Museum Dessau … mehr …

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